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Ankunft in Kpalimé am 28. Mai 2002 Alle Bilder auf dieser Seite können durch anklicken vergrössert werden und sind mit einer kurzen Beschreibung versehen.
Liebe Freunde,
hoffe es geht Euch allen gut. Bei mir ist soweit alles in Ordnung und ich kann Euch schreiben, dass meine Vorbereitungszeit in
Lomé vor ein paar Tagen endlich vorüber war, ich also die heisse und stickige Hauptstadt hinter mir lassen konnte, um nach Kpalimé aufzubrechen. Kpalimé - seit 7 Monaten drehten sich meine
Gedanken um diesen Ort, welcher meine Heimat für die kommenden 2 Jahre sein soll. Die letzte Nacht im Gästehaus des DED in Lomé war dann auch schlaflos. Zum einen war ich sehr gespannt und zum anderen
ist es vor der bald beginnenden Regenzeit unerträglich schwül und heiss. Nachdem am nächsten Morgen das Gepäck in meinem Kleinbus verstaut war, trat ich die ca. 2-stündige Fahrt an. Zum vorerst letzten
Mal durch das Menschen- und Verkehrsgewimmel fahrend, bewegte ich mich auf dem Boulevard Circulaire, einer Art Stadtring, Richtung Norden, um dann der Strasse in das fast 400 m hochgelegene Kpalimé zu
folgen. Während der deutschen Kolonialzeit (1884–1914) wurde diese angelegt, um den Kolonialtruppen einen Weg in das mildere Klima Kpalimé’s (Sitz einer Präfektur und beliebter Erholungsort unter den
Soldaten) und den Bremer Handelshäusern eine Route zu den Kakao- und Kaffeeplantagen der Region zu schaffen. 1994 wurde die Strasse dann mit EU-Mitteln erneuert und befindet sich jetzt in dem Zustand
etwa einer guten deutschen Landstrasse. Nach den ersten 60 von 120 km der Strecke muss man die erste Militärsperre passieren. Meist wird man in einer Solchen nicht kontrolliert, die Anwesenheit von
Soldaten mit Schnellfeuergewehren ist allerdings schon etwas unbehaglich. Die Fahrt führt nun durch eine flache, saftig-grüne Buschlandschaft, welche von 2 m hohem Gras und vereinzelt stehenden Bäumen
geprägt ist. Hie und da wird Landwirtschaft betrieben, aber wegen des hohen Grases sieht man davon kaum etwas. Die Besiedelung auf dem Land ist auch relativ dünn, so dass man nur etwa alle 10–15 km durch
Ortschaften kommt, in welchen am Strassenrand Mango’s, Papaya’s, Ananas’ und noch andere leckere Früchte sehr günstig verkauft werden (20 grosse Bananen kosten z.B. 0,75 Cent). Je weiter man sich von der
Hauptstadt entfernt, desto üppiger wird die Vegetation. Immer mehr Bäume erscheinen in der hügeliger werdenden Landschaft und nach etwa 80 km bietet sich dann in der Ferne der erste Blick auf den 1.000 m
hohen Mont Agou. Die Strecke führt jetzt durch junge Teakwälder, eine alte, noch zu Kaiser’s Zeiten angelegte, Ölpalmen-Plantage und vorbei an hohen, von Kletterpflanzen benetzten Bäumen. Unterhalb des
Agou’s wird es dann kurviger, waldreicher und es geht ständig auf und ab. Schliesslich passierte ich die Letzte von 4 Militärsperren und sah endlich das Ortsschild von Kpalimé. Meine Erfahrung hat mich
gelehrt, dass es immer anders kommt, als man es sich vorstellt und so war es dann auch. Nicht etwa, dass ich enttäuscht gewesen wäre – ganz im Gegenteil. Obwohl alles anders aussah wie in meiner
Vorstellung, finde ich es sehr schön und freue mich darauf den Ort und seine Umgebung zu erkunden. Die 30.000 Einwohnerstadt ist voller Leben und dehnt sich in dem grossen Talkessel zwischen Mont Agou
und Togo-Atakora Gebirge weit aus. Das Zentrum bildet ein grosser bunter Markt auf dem man fast alles bekommt. Die katholische, in der deutschen Kolonialzeit erbaute Kirche (etwa so gross wie die
Wildunger Stadtkirche), steht nicht etwa in der Mitte des Marktes, sondern in einiger Entfernung. Das Stadtbild ist also anders wie wir es in Europa, mit seinen Kirchen als Zentrum der Städte, kennen.
Mehr über Kpalimé schreibe ich dann ein Andermal, wenn ich mich in meinem Haus eingerichtet habe. Es liegt am grünen Stadtrand von Kpalimé mit einem Mangobaum im Garten, dessen grosse, süsse
Früchte bald reif sind und hat eine schöne Terasse mit Blick auf den Mont Agou. Die Foto’s zeigen das überaus baumreiche Kpalimé mit dem Agou im Hintergrund, das Ortsschild und eine Strassenszene aus
Kpalimé.
Mir geht es hier gut und ich sende Euch allen
liebe Grüsse
Togomas
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