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Ankunft in Lomé 4/02

Ankunft in Lomé/TOGO am 8. April 2002
Alle Bilder auf dieser Seite können durch anklicken vergrössert werden und sind mit einer kurzen Beschreibung versehen.

Liebe Freunde,

hoffe es geht Euch allen gut. Bin gut in LomĂ©/Togo angekommen und versuche mich gerade an die warme feuchte Luft zu gewöhnen. Überhaupt könnte es hier zur Gewohnheit werden, sich stĂ€ndig an etwas neues zu gewöhnen, kommt es mir doch so vor, als sei ich auf einem fremden Planeten gelandet. Der Flug begann auf dem aussergewöhnlichen Flughafen Charles de Gaulle in Paris. Die weite der Anlage und die an FlĂŒgel erinnernde LinienfĂŒhrung in der Konstruktion geben den Eindruck sich in dem Flughafen einer fernen Zukunft zu befinden und stimmten mich gut ein. Noch wĂ€hrend des Fluges kam jedoch ein leicht beklemmendes GefĂŒhl auf, ob der Entscheidung die ich fĂŒr die kommenden 2 Jahre traf. Als ich dann aber zum Flugzeug heraustrat und den ersten Atemzug dieser afrikanischen Luft einatmete, wich die leichte Beklemmtheit Neugierde, Freude, Tatendrang – das Abenteuer konnte beginnen. Ganz anders als der moderne Pariser Flughafen, zeigt sich Afrika von einer wilden, ursprĂŒnglichen Seite. Die Perfektion mit welcher wir unsere GebĂ€ude, Strassen, Infrastruktur planen, bauen und betreiben, ist hier nicht zu finden. Aber das ist Afrika, es hat seine StĂ€rken auf einem Gebiet, welches ich voller Neugierde noch kennen lernen möchte. Hier sind die Menschen alle von schwarzer Hautfarbe was mir schlagartig verdeutlichte, wie sich ein Afrikaner fĂŒhlt, wenn er zu uns Weissen nach Europa kommt.LomĂ©, die 400.000 Einwohner grosse Hauptstadt von Togo, erscheint wie ein einziger grosser Flohmarkt. An jeder Ecke stehen StrassenverkĂ€ufer mit FrĂŒchten, Haushaltswaren, Stoffen, tausend anderen Dingen. HĂ€ndler haben auf den BĂŒrgersteigen und an den StrassenrĂ€ndern  ihre StĂ€nde aufgeschlagen, bunt gekleidete Frauen mit grossen Paketen oder SchĂŒsseln voller Waren auf dem Kopf kreuzen unentwegt die Strasse. Das Stadtbild erscheint genauso, wie ich es von Bildern afrikanischer StĂ€dte aus dem Fernsehen kenne. Autofahren ist hier verrĂŒckt. Die Strassen sind voll von Menschen, Auto's, Moped's, LKW's. Fast alles alte, zum grossen Teil schrottreife GefĂ€hrte, die dicke Wolken aus dem Auspuff drĂŒcken und deren Fahrer offensichtlich mit einer einzigen Verkehrsregel auskommen: Rechtsverkehr. Sonst herrscht eine gewisse Anarchie. Strassenschilder gibt's eigentlich auch nicht. Und noch etwas beherrscht das Stadtbild – die Armut der Menschen. Hungern muss in Togo aber wohl niemand. Die Unterbringung im GĂ€stehaus des DED ist ganz schön. Das GebĂ€ude und seine RĂ€ume erinnern an Bilder die man von britischen KolonialgebĂ€uden kennt. DunkelgrĂŒne LammellenfensterlĂ€den aus Holz, Moskitonetze davor, grosse Ventilatoren unter den hohen Decken, Möbel aus dunklem Holz. Auf einem der beigefĂŒgten Foto's bin ich im Garten des GĂ€stehauses mit dem GĂ€rtner und dem NachtwĂ€chter zu sehen das Andere zeigt eine Strassenszene in LomĂ©. Von den 20 DED Kollegen in Togo konnte ich bereits am ersten Abend 15 kennenlernen. Man lud uns in ein Restaurant ein, um uns willkommen zu heissen. Der Abend war ganz nett, jedoch nicht sehr lang, da wir doch sehr mĂŒde von der Reise waren. "Wir" das sind Isabella Degenhardt, eine Soziologin aus Österreich, und ich. Isabella wird als sogenannte "Genderbeauftragte" tĂ€tig sein. Mit Gender wird das BemĂŒhen um eine AnnĂ€herung des RollenverhĂ€ltnisses zwischen den Geschlechtern bezeichnet. Die erste Woche verbrachten wir damit die Stadt und fĂŒr uns wichtige Einrichtungen kennen zu lernen. Begleitet wurden wir dabei von Monsieur Theophile. Theophile ist Afrikaner und schon seit 25 Jahren fĂŒr den DED tĂ€tig. Er fĂŒhrt neu ankommende Entwicklungshelfer in das afrikanische Leben ein und gibt Sprachunterricht in Französisch, Minah und Ewe (letztere sind Lokale Sprachen). Französisch beginnt dann nĂ€chste Woche.  Mit dem Internet ist es auch nicht so einfach, da ich in ein InternetcafĂ© muss. Davon gibt es zwar einige, bis jetzt hatte ich aber noch keine Zeit um eines zu besuchen. Wenn ich erst mein Haus in KpalimĂ© bezogen habe, werde ich dort einen Internetzugang haben und das hoffentlich einfacher handhaben können.

Mir geht es hier gut und ich sende Euch allen

liebe GrĂŒsse

Togomas


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