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Besuch bei Kartoffel-Rudi vom 27. Februar 2003 Alle Bilder auf dieser Seite können durch anklicken vergrössert werden und sind mit einer kurzen Beschreibung versehen.
Liebe Freunde,
hoffe es geht Euch allen gut. Nach meinem Urlaub in Deutschland habe ich mich inzwischen wieder gut in Kpalimé eingelebt. Ich
möchte mich ganz herzlich für die Hilfsbereitschaft bei allen die zu meiner Spendenaktion beigetragen haben bedanken. Sobald die Spendengüter hier Ihrem Zweck zugeführt sind, werde ich einen Bericht
darüber schreiben. Zwei Wochen nach meiner Rückkehr bekam ich einen Anruf von Kartoffel-Rudi, einem Deutschen der aus Nothfelden bei Wolfhagen stammt und schon seit über 30 Jahren in Kpalimé lebt. Der
Fast-Waldecker Rudi Reinhard wusste, dass sich in meinem Gepäck Anraffer Wurst befand und wollte mich schon polizeilich suchen lassen. Ich lud ihn kurzer Hand zu mir ein und wir verbrachten einen
gemütlichen Abend mit den Spezialitäten aus der Heimat und vielen abenteuerlichen Geschichten aus Rudis Leben in Afrika. Bereits 1969 zog es ihn das erste Mal als Entwicklungshelfer auf den schwarzen
Kontinent und das schöne Kpalimé, in das er 1971 kam, ließ ihn nicht mehr los. Er kaufte sich ein Haus und kam während der nächsten 20 Jahre, in denen er in vielen afrikanischen Ländern arbeitete, immer
wieder hierher zurück. 1989 beendete er dann seine Arbeit als Entwicklungshelfer und kaufte sich zusätzlich zu dem Haus in Kpalimé ein Stück Land auf dem Plateau im Togo-Atakoragebirge. Diese Farm, auf
der er anfangs Kartoffeln anbauen wollte und die ihm seinen Spitznamen bescherte, wollte ich natürlich gerne sehen und so wurde ich auch gleich zu einem Besuch eingeladen. Am letzten Freitag war es
dann soweit. Ich begab mich auf die etwa 75 km lange Fahrt und versuchte seine Farm im tiefsten Hinterland zu finden. Das etwa 900 m Hohe Plateau ist nur dünn besiedelt und von wilder Ursprünglichkeit –
kennt man sich nicht aus, verfährt man sich gnadenlos auf den buckeligen Pisten. Glücklicherweise hatte ich eine recht gute Wegbeschreibung bekommen und traf unterwegs einen Einheimischen der mir noch
mal die Richtung wies. Als ich über die letzte Bergkuppe fuhr und bereits einen Blick auf Rudis Anwesen werfen konnte, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Mitten im Busch Afrikas lag vor mir eine
gepflegte Kulturlandschaft, ganz so wie ich sie aus der Heimat kenne. Eine große Scheune, ein schönes Wohnhaus, Wiesen und sorgsam angepflanzte Baumgruppen ließen keinen Zweifel, dass hier ein Deutscher
am Werke war. Nach einem kleinen Begrüßungstrunk aus dem solarbetriebenen Kühlschrank unternahmen wir eine Besichtigung von Rudis Altersruhesitz. Strom oder Telefon sucht man hier vergebens und auch das
Wasser kommt nicht aus dem Hahn, sondern aus einem sauberen Bach der durch die saftigen Wiesen fließt. Auf dem etwa 60 Hektar großen Gelände zieht da wo anfangs Kartoffeln und Mais wuchsen, nun eine
Herde von 65 Guinea Hochlandrindern über die Wiesen. Diese Rinder, etwas kleiner als unsere Deutschen, sind von Natur aus resistent gegen die von der Zse Zse Fliege übertragene Schlafkrankheit und
deshalb eine gute Wahl in Westafrika. Der Kartoffelanbau ist schon längst aufgegeben, da man auf dem Markt in Lomé die subventionierten EU-Kartoffeln viel billiger kaufen kann, als man sie in Togo
anbauen kann. Ein Beispiel dafür, wie die Industrienationen eine Entwicklung in armen Ländern schon im Keim ersticken und die andererseits betriebene Entwicklungshilfe als grotesk erscheinen lassen.
Unser Weg führte uns über weite Grasflächen an großen Teak-, Mango- und Akazienbäumen vorbei und schließlich wieder zurück auf den Hof, wo mir Rudi noch stolz die landwirtschaftlichen Maschinen zeigte,
die er vom Hof seiner Eltern hierher verschiffte und mit denen er das Land urbar machte. Der Tag ging natürlich viel zu schnell vorbei, aber der nächste Besuch, diesmal für ein ganzes Wochenende, ist
schon geplant... Zum Schluss möchte ich noch einmal für Unterstützung in meinem Projekt der AIDS-Aufklärung bei den 800 Schülern meines Projektplatzes bitten. Wer hier spendet kann sicher sein, dass
das Geld zu 100% ankommt und wirklich sinnvoll eingesetzt wird. Die Infektionsrate ist sehr hoch (die Dunkelziffer in dieser Altersgruppe liegt bei traurigen 25%) und zu meiner bisherigen Arbeit benötige
ich einfach noch finanzielle Unterstützung für die Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Hilfsorganisation. Wer spenden möchte, kann dies an: Hilfe für Togo e.V. / BLZ 613 901 40 / VB Schwäbisch-Gmünd
/ Kto.-Nr. 172 722 004 / Stichwort: KPALIME.
Mir geht es hier gut und ich sende Euch allen
liebe Grüße
Togomas
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