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Malaria & schönes Kpalimé vom 7. Juli 2002 Alle Bilder auf dieser Seite können durch anklicken vergrössert werden und sind mit einer kurzen Beschreibung versehen.
Liebe Freunde,
hoffe es geht Euch allen gut. Wie bereits das letzte Mal berichtet, bin ich ja nun in Kpalimé angekommen und fühle mich hier
sehr wohl. Die erste Zeit war zwar von einigen gesundheitlichen Problemen getrübt, aber das Gefühl endlich diese wichtige Etappe erreicht zu haben, half mir bei der Genesung. Eine Malaria hatte mich im
wahrsten Sinne des Wortes umgehauen. Über 40 Fieber, Schüttelfrost, heftige Schweissausbrueche – ganz so wie im Kino. Glücklicherweise gibt es heutzutage hervorragende Medikamente, sogar fast
nebenwirkungsfrei, welche Malaria völlig ausheilen können und mich innerhalb weniger Stunden vom Fieber befreiten. Die Zeiten in denen man nach einer Infektion mit dem Malariaerreger (wird durch
Moskitostich übertragen) immer wieder mit Fieberschüben rechnen musste, sind vorbei. Natürlich darf man die hohen Gefahren dieser gefährlichen Krankheit keinesfalls unterschätzen, aber eine Behandlung
ist sehr gut möglich und hier in Afrika auch gar nicht teuer (es gibt bereits gute Medikamente ab 4,- Euro). Obgleich günstige Hilfe vorhanden ist, sterben jährlich über 1 Mio. Menschen an Malaria
(vorwiegend Kinder), weil sie die 4,- Euro nicht aufbringen können oder weil in den meisten Fällen ganz einfach das Wissen um die Existenz helfender Medikamente fehlt. Wäre auf diesem Kontinent mehr Geld
für die großen Pharmakonzerne zu verdienen, dann gäbe es mit Sicherheit genügend Aufklärung - trotz dieser Kritik darf ich aber nicht vergessen, dass ich von den Medikamenten der Pharmaindustrie geheilt
wurde. Der Aufenthalt in Kpalimé macht die paar Tage in denen ich mit Fieber und Mattigkeit zu kämpfen hatte schnell vergessen, denn die Natur in dieser Region ist wunderschön. Außerdem habe ich
zurzeit den ersten Besuch aus Deutschland: Mein Bruder ist für 3 Wochen hier und brachte ein Notfallpaket mit, dessen Inhalt aus 4 stracken und 1 runden Wurst, sowie 2 Dosen hervorragender
selbstgebackener Plätzchen meiner lieben Tante bestand. Wir leiteten umgehend eine Sofortmassnahme ein und mein Zustand verbesserte sich rapide. Es ist unglaublich mit welcher Macht alle Pflanzen in
diesem Land aus dem Boden streben – das Jahr besteht wohl nur aus dem zauberhaften Monat Mai. Das Gras an den Strassen ist oft 2 m hoch, Früchte wie Mango, Papaya oder Ananas zeigen schon allein durch
ihre enorme Groesse, mit wie viel Energie die Natur hier am Werke ist. Die Landschaft erinnert mich an die Heimat, denn Kpalimé liegt am Rande des Togo Atakora Gebirges, dessen Höhen etwa mit denen im
Kellerwald zu vergleichen sind. Auch sind die Berge bewaldet, besonders der Mont Agou hat hier noch schöne alte Baumbestände aufzuweisen, und auf einer ersten Erkundungsfahrt habe ich bereits tolle Fotos
geschossen. Und dann sind da natürlich noch die vielen Spuren deutscher Kolonialvergangenheit, welche mir bestimmt noch Interessantes zu bieten haben. Über den kurzen Besuch des alten deutschen
Friedhofes auf der „Misahöhe“, sowie über die anderen deutschen Hinterlassenschaften schreibe ich Euch später noch ausführliche Berichte. Ein Foto vom Grab eines deutschen Kolonialbeamten lege ich hier
allerdings schon bei, denn diese letzte Ruhestadt, mitten im Dschungel, hat schon eine unwirkliche Seite. Das fand auch mein Bruder als er die alten Grabsteine sah. Das Foto zeigt ihn und unsere 2
kleinen Führer am Grab des Regierungsbaumeisters Ernst Schmidt (gest. 1904), ein Anderes zeigt eine, von den deutschen Kolonialtruppen angelegte Mangobaumallee. Ich habe nun endlich Internetanschluss!
Ihr könnt ab sofort unter www.thludwig.com meine Internetsite besuchen, auf der Ihr die „Briefe aus Kpalimé“, mehr Fotos dazu und noch andere interessante Dinge findet.
Mir geht es hier gut und ich sende Euch allen
liebe Grüsse
Togomas
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