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Wanderung zum Kpalimésee vom 20. November 2002 Alle Bilder auf dieser Seite können durch anklicken vergrössert werden und sind mit einer kurzen Beschreibung versehen.
Liebe Freunde,
hoffe es geht Euch allen gut. Ich hatte am vergangenen Wochenende Besuch von meiner Kollegin Friederike aus Lomé und wir
unternahmen eine Wanderung zu dem Stausee bei Kpalimé. Friederike belegte in der vorhergehenden Woche ein Seminar in Kpalimé und nutze die Gelegenheit, um ein Wochenende in dem schönen Städtchen zu
verbringen. Überhaupt habe ich viel Besuch von Kollegen, die alle der Meinung sind Kpalimé sei der schönste Ort in Togo – entsprechend oft ist mein Gästezimmer belegt. Ich habe aber auch gerne Besuch und
es ist ja schön, wenn man sich mal wieder ausführlich auf deutsch unterhalten kann. Als alter Edertaler mit dem Edersee vor der Haustüre, wollte ich den Stausee schon längst besuchen, wartete aber
noch bis die Regenzeit den See richtig gefüllt hatte. Der Kpalimésee ist bei weitem nicht so groß wie der Edersee (etwa 1.500 m lang und 500 m breit) bietet dafür aber ein spektakuläres Naturschauspiel.
Er liegt auf etwa 500 m Höhe am Rand des Togo-Atakora-Gebirges und das abgelassene Wasser ergießt sich in einem imposanten Wasserfall rund 150 m durch tropische Vegetation in die Tiefe. Die Staumauer und
das am Fuße des Berges gelegene Turbinenhaus wurden 1962 von Jugoslawien unter Tito erbaut. Die beiden Turbinen erzeugen jeweils 650 kw Strom, eine Leistung die schon längst nicht mehr ausreicht um
Kpalimé zu versorgen – man importiert Strom vom gigantischen Volta-Stausee im benachbarten Ghana. Außerdem ist zurzeit eine der Turbinen außer Betrieb und ob sie noch mal anläuft ist fraglich, da aus
Ex-Jugoslawien keine Ersatzteile mehr zu erwarten sind. Über eine Rohrleitung ist der See mit dem Turbinenhaus verbunden und während der meisten Zeit des Jahres läuft das Wasser, was ursprünglich als
Wasserfall zu Tale fiel, durch eben diese Rohrleitung. Der Wasserfall ist also nur gegen Mitte/Ende der Regenzeit so imposant wie zurzeit, wenn so große Wassermassen zufließen, dass die Schleusen der
Staumauer weit geöffnet werden müssen. Um die Staumauer zu sehen, mussten wir eine kleine, aber wie sich zeigen sollte äußerst anstrengende Bergwanderung unternehmen. Die Sonne brannte uns auf dem
steilen Anstieg, der durch Maniokfelder und üppig grüne Tropenpflanzungen führte, arg auf den Kopf. Wir begannen bald stark zu schwitzen und freuten uns schon auf ein Bad im See, welches uns unser
afrikanischer Führer freudig angepriesen hatte. Nach etwa 1 Stunde kamen wir oben an und genossen den Ausblick auf den in tropischen Wald eingebetteten See und den grandiosen Blick über die Feuchtsavanne
bis zum 20 km entfernten Mont Agou. Nur das so ersehnte Bad wollten wir nicht mehr nehmen, denn wie uns Kossi unser Führer jetzt verriet, leben Krokodile im See(!). Zur Entschädigung pflückte er uns von
den Bäumen am See zuckersüße Pampelmusen und Corossolen, sehr saftige birnenähnliche Früchte die geschmacklich zwischen Banane und Ananas liegen. So erfrischt besichtigten wir die ca. 70 m lange und 15 m
hohe Staumauer, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Der Nachmittag war zum Glück schon fortgeschritten, so dass es jetzt nicht mehr so heiß und anstrengend war. Auf dem Heimweg hielten wir an
einer kleinen Straßenkneipe an und tranken noch ein gekühltes deutsches Bier. In Lomé wird nämlich das bayerische EKU in Lizenz gebraut – eine ferne und wie wir fanden angenehme Hinterlassenschaft
deutscher Geschichte in Togo.
Mir geht es hier gut und ich sende Euch allen
liebe Grüße
Togomas
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